2025 Alena Stadler
Die Walter Haymann-Stiftung freut sich, Alena Stadler mit dem Walter Haymann-Atelierstipendium 2025 auszuzeichnen.
Alena Stadler (*2001) greift in ihrer skulpturalen Praxis fast obsessiv auf Referenzen aus dem Badezimmer zurück. Die Form abgekauter Fingernägel ist Bestandteil einer fünfteiligen Serie von Skulpturen. In einer Farbpalette, die aktuelle Trends der Kosmetikindustrie zitiert, modelliert sie aus Schichtungen von Epoxidharz die ekelerregenden Überbleibsel menschlichen Lebens. Ihre glänzenden Oberflächen kontrastieren mit den ausfransenden Rändern und der Tropfenbildung, die sie bewusst aus dem Herstellungsprozess bestehen lässt. Schönheit steht dem Abjekten gegenüber; Nuancen zwischen den Codes der Beauty- und Körperhygienebranche treten hervor; aus einfachen Materialien formt sie edle Objekte.
Aus Papier hergestellte Zehenspreizer, Lippenstifte und andere Kosmetikahüllen sind ihr Gegenstück und bilden zugleich ihre fragile Basis. Papier ist ein Material, das in ihrer Praxis vielfältige Anwendungen findet. Aus acht WC-Papierrollen schöpft sie ein übergrosses Blatt und prägt es mit deren charakteristischem Federmuster – einem Symbol für Komfort, Sanft- und Reinheit. Mit Lidschattenpaletten und floralen Mustern geprägte Papier-mâché-Objekte heben neben dem Design von Klopapier den Einsatz von Sprache sowie die Farbgebung in der Kosmetikindustrie hervor. Aktuell plant Alena Stadler, ihre skulpturale Praxis durch die Verwendung von Baumwollfasern aus Altkleidern zu erweitern.
Die Jury würdigt diese skulpturale Praxis, und die Walter Haymann-Stiftung zeichnet Alena Stadler mit dem Walter Haymann-Atelierstipendium 2025 aus.
Statement der Jury 2025, bestehend aus
Dominique Lämmli (Künstlerin und Dozentin),
Johanna Vieli (Kuratorin) und
Ulrich Meinherz (Leiter Kesselhaus Josephsohn).

Alena Stadler, Gold Whip, Base, 2024
Foto © Johanna Bommer

Alena Stadler, Set of Five, 2025
Foto © Johanna Bommer



