Walter Haymann

Biografie

Wa­l­ter Hay­­­mann wird am 21. De­­­zem­­­ber 1926 in Zü­rich in eine jüdische Familie ge­­­bo­ren. Sein Vater ist der Zahn­a­rzt Det­­­mar Hay­­­mann, seine Mut­ter ist Erna Hay­­­mann, geb. Weil, eine Mu­­­si­ke­rin. Sie un­­­ter­rich­tet Ge­sang und spielt Kla­vier.

1938

1937 stirbt seine 2 Jahre äl­te­­re Schwes­ter Trudi. Ihr Tod wird Wa­l­ter Hay­­mann noch lange be­schäf­ti­­gen.

1945 schliesst Hay­mann die Matura in Zü­rich ab. Anschliessend stu­diert er an der Kunst­ge­wer­be­schu­le Zü­rich bei Ernst Gub­ler, Hein­rich Mül­ler und Jo­han­nes Itten.

1947 reist er nach Paris für wei­ter­­füh­ren­­de Stu­­di­en an der Aca­dé­­mie de la Gran­­de Chau­­miè­­re u.a. bei Othon Friesz.

1948 lebt und malt Haymann während einem längeren Studienaufenthalt in Arles in der Provence.

1949 kehrt er nach Paris zurück für weitere Studien an der Aca­dé­­mie de André Lhote und nimmt an der Grup­­pe­n­ausstel­­lung «Junge Zür­cher Künst­­ler» im Kunst­­haus Zü­rich teil.

1950 leis­tet Hay­mann einen Ar­beits­einsatz im Kib­buz Nach­­scho­­nim in Is­ra­el, zwei Jahre nach des­sen Grün­dung.

1953 wird Hay­mann Mit­glied im Künst­ler­kreis «Der Ring». Die Grup­pe ver­ei­nig­te viele ehe­ma­li­ge Schü­ler*in­nen von Ernst Gub­ler. Der Zu­sam­menschluss ent­stand nicht durch for­ma­le oder in­halt­li­che Ge­mein­sam­kei­ten, sondern aus Pro­test gegen ihren Aus­schluss von der Jah­res­ausstel­lung für Junge Zür­cher Künst­ler. Zudem ver­stan­den sie sich als Ge­gen­be­we­gung der Künst­ler*in­nen Grup­pen «die Ab­s­trak­ten» und «die Informellen» in Zü­rich. Der Ring be­stand aus 20 Mit­glie­dern u.a. den Freun­den Hay­manns,
Wal­ter Hess, Hans Josephsohn, Felix Kohn wie auch die Künst­le­rin­nen Ca­r­lot­ta Sto­cker und Susi Gug­gen­heim-Weil.

1955 nimmt Hay­mann an der Grup­pe­n­ausstel­lung «Der Ring» im Helm­haus Zü­rich teil.

Künstlerfreunde (v.l.n.r.: Walter Hess, Walter Haymann, Hans Josephsohn)

1956 nimmt Haymann an der «Schweizer Kunstausstellung» in der Messe Basel teil.

1957 reist er für einen einjährigen Studienaufenthalt nach Sizilien.

1958 hat Haymann eine Einzelausstellung im Strauhof, Zürich mit Bildern und Zeichnungen und er ab­­sol­viert die Aus­­­bil­­dung zum Zei­chen­leh­­rer an der Kunst­­­ge­wer­­be­­schu­le in Zü­rich. Dar­auf fol­­gen An­s­tel­­lun­­gen im In­­ter­nat Gla­ri­­segg, an der AKAD Zü­rich, sowie an der MARS Zü­rich.

1960 nimmt Haymann an der Gruppenausstellung «Der Ring» Bildhauer und Maler Zürich I. im Museum Allerheiligen, Schaffhausen teil.

1966 nimmt Haymann teil an der Gruppenausstellung «Zürcher Künstler» in der Messe Basel.

1970 ­stellt Haymann in der Galerie Burgdorfer-Elles in Zürich aus.

1984 heiratet er Irene Kel­ler, die aus Kra­kau stammt und die er be­reits seit 1959 kennt. Sie un­ter­neh­men viele ge­mein­sa­me Rei­sen nach Ita­li­en, Frank­reich, Grie­chen­land, Is­ra­el.

1987 stellt Haymann in der Galerie Baumberger in Zürich aus.

1995 trifft Hay­mann den Ga­le­ris­ten Rudolf Maag, es folgt eine Ausstel­lung in Maags «Gall­a­ria Che­si­na» in Sils. Von da an ver­tritt Rudolf Maag Hay­mann in Sils, es fin­den jähr­lich Ausstel­lun­gen mit Hay­manns Wer­ken statt.

1996 stellt Hay­mann in der Ga­le­rie zum weis­sen Wind in Zü­rich aus.

foto w.h.

2003 stellt Hay­­­mann im Turm des Po­len­mu­­­se­u­­ms in Rap­­­per­s­wil aus.

2010 grün­­­det er die Wa­l­ter Hay­­­mann-Stif­tung in Zü­rich.

2011 stirbt Wa­l­ter Hay­­mann am 23.12.2011 in Zü­rich.



Werk

Wal­ter Hay­mann malte ex­pres­sio­nis­ti­sche, fa­rb­star­ke Öl­bil­der und Pas­tell­zeich­nun­gen. Er hin­ter­lässt ein gros­ses Werk mit über 3000 Bil­dern in un­ter­schied­li­chen For­ma­ten, der Gross­teil davon ist auf Grau­kar­ton ge­malt.

Boote, Öl auf Leinwand, 59 x 81 cm

Papierfabrik an der Sihl, Öl auf Karton, 16 x 80 cm

"Paris Isle St. Louis", Öl auf Karton, 56 x 80 cm

Mohnblumen, Öl auf Karton, 80 x 56 cm

Mohnblumen im Garten, Öl auf Karton, 58 x 80 cm

Gelbe Blumen in blauer Vase, Öl auf Karton, 81 x 57 cm

Rosa Blumen in blauer Vase, Öl auf Karton, 57 x 46 cm

Rote Blumen in brauner Vase, Öl auf Karton, 80 x 55 cm

Blumen im Garten, Öl auf Karton, 43 x 80 cm

Blumen im Garten, Öl auf Karton, 70 x 46 cm

Selbstporträt, Öl auf Karton, 55 x 40 cm

Selbstporträt mit Stilleben, Öl auf Karton, 42 x 50 cm

Stilleben mit Orangen und Flaschen, Öl auf Karton, 50 x 80 cm

Stilleben mit Peperoni, Öl auf Karton, 59 x 80 cm

Rote Amaryllis, Öl auf Karton, 40 x 55 cm

Rose auf Stuhl, Öl auf Karton, 80 x 48 cm

Häuschen im Engadin, Öl auf Karton, 55 x 80 cm

"Boote am Silserseee", Öl auf Karton, 80 x 110 cm

Häuser im Engadin, Öl auf Karton, 110 x 40 cm

Turm im Engadin, Öl auf Karton, 110 x 40 cm

"Isola Engadin", Öl auf Karton, 40 x 110 cm

Engadiner Häuser im Winter, Öl auf Karton, 41 x 110 cm

"Am Rhein bei Eglisau", Öl auf Karton, 57 x 37 cm

Rhein, Öl auf Karton, 33 x 47 cm

"Patmos Chora", Öl auf Karton, 79 x 110 cm

Rotes Haus, Öl auf Leinwand, 65 x 73 cm

Stuhlflechterin, Öl auf Karton, 42 x 35 cm

"Vieux Sicillien (nape rose)", Öl auf Karton, 34 x 26 cm

Elisabeta, Öl auf Leinwand, 80 x 65 cm

Porträt Hans Josephsohn, Öl auf Leinwand, 62 x 54 cm

Selbstportät, Öl auf Karton, 30 x 25 cm

"Porträt I.K.", Öl auf Leinwand, 93 x 73 cm

Erna, Öl auf Leinwand, 82 x 65 cm

Eltern am Lesen, Öl auf Karton, 81 x 100 cm

Detmar, Öl auf Karton, 40 x 37 cm

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Er ver­­­stand sich selbst als Still­le­­ben­­ma­­ler und so fin­­den sich auch viele Blu­­men­­- und Objektstill­le­­ben sei­­nem Werk, neben Lan­d­­schafts­­bil­­dern. Sti­­lis­tisch war er ge­prägt von sei­­nem Leh­­rer Ernst Gub­­ler und sei­­nem Vor­­­bild Paul Cézan­­ne. Spür­­bar ist auch der Ein­fluss der Fau­vis­ten in sei­­ner Fa­r­b­­spra­che.

In jun­­gen Jah­ren ge­hör­te Hay­­mann der Künst­ler­­grup­­pe «Der Ring» an und nahm an Grup­­pe­n­ausstel­­lun­­gen der «Jun­­gen Zür­cher Künst­­ler» im Kunst­­haus Zü­rich und im Hel­m­haus in Zü­rich teil.

In sei­­nem Früh­­werk über­­wie­­gen noch Lein­wan­d­­bil­­der mit einer to­na­len, we­­ni­­ger in­­ten­­si­­ven Fa­r­b­­ge­­bung. Er ent­wi­­ckel­te sich hin zu einem plas­ti­­zie­ren­­dem Um­­­gang mit der Farbe. Seine Bil­­der ent­­stan­den oft im Ate­­li­er nach
Pas­tellski­z­­zen oder Fotos, die er vor Ort an­­fer­tig­te.

Aus­zug einer Wür­di­gung von Jo­han­nes Zür­rer, einem Schü­ler Hay­manns:

«...die Bild­in­hal­te gehen von der ge­se­he­nen Re­a­li­tät aus. Dabei geht es bei Wal­ters Bil­dern aber nicht um eine vor­der­grün­di­ge Ab­bil­dung der Re­a­li­tät. Mit dem Er­fas­sen der Es­senz des Ge­se­he­nen, schafft er mit ma­le­ri­schen Mit­teln – also mit Form und Farbe – eine neue Wirk­lich­keit. Er be­dien­te sich dabei einer spe­zi­el­len Tech­nik. Er misch­te die Farbe so lange bis sie der, durch einen klei­nen Aus­schnitt be­trach­te­ten, ob­jek­tiv ge­se­he­nen Farbe ent­sprach. Da­mit ergab sich durch die Flä­chig­keit der Fa­r­ben eine spe­zi­el­le Raum­wir­kung.»

Gemälde von Walter Haymann finden Sie in der Gallaria Chesina in Sils sowie im Jüdisches Museum Schweiz in Basel in der neuen Dauerausstellung.


Werkankäufe

Gerne stehen wir Ihnen bei Interesse am Erwerb eines Werks von Walter Haymann zur Verfügung. Für Kaufanfragen oder weitere Informationen zu verfügbaren Arbeiten kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail.

Einen ersten Einblick in den Werkbestand bietet Ihnen der digitale Katalog unter: walter-haymann.kleio.com

Videoporträt

Rudolf Maag, Stiftungsrat, Galerist und langjähriger Wegbegleiter, spricht über Walter Haymann. Aufgezeichnet 2020 in der Gallaria Chesina, Sils (GR).

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